Ein spannendes Rätsel bot Irene Gutbrod vom Partnerschaftsverein den interessierten Zuhörern des Zabergäuvereins im „Ochsen“ in Güglingen-Frauenzimmern. „Was hat eine Lancaster im Stromberg zu suchen?“
Gestartet war der Lancaster-Bomber am 24. Juli 1944 um 21.54 Uhr in England, Ziel Stuttgart. Abgeschossen wurde er wenige Stunden später um 2.15 Uhr, so eine nüchterne Statistik aus schweren Kriegstagen. Anders als bei weiteren Abschüssen jener Nacht, haben sich alle 7 Soldaten mit dem Fallschirm retten können.
Wie kommt es, dass nach Jahrzehnten dieses Kriegsereignis wieder aktuell wird? Güglingen ist mit Dorking/GB eine Städtepartnerschaft eingegangen. Irgendwann erzählte Peter Collins aus Dorking, dass sein inzwischen verstorbener Vater 1944 „near Ochsenbach“ abgeschossen wurde. In einem Kornfeld sei er mit dem Fallschirm gelandet und habe versucht, sich nach Westen durchzuschlagen. Nach 10-stündigem Marsch wurde er in Knittlingen gefasst, kam in Arrest und später als Kriegsgefangener nach Polen. Wie elektrisiert reagiert Irene Gutbrod vom Partnerschaftsverein auf diese Erzählung. Unterschiedliche Zeitzeugen, verschiedene Beobachtungen und Ortsangaben – richtige und falsche - führten am Ende zur Lösung des Rätsels. Das Flugzeug stürzte in den Wald nordöstlich von Ochsenbach, der Soldat landete mit seinem Fallschirm bei Häfnerhaslach. Mittels Zeitzeugen konnte die Absturzstelle lokalisiert werden, und Peter Collins konnte dort vor einem Jahr einige Metallteile vom Flugzeug ausgraben. Inzwischen hat er in Güglingen einen Versöhnungsbaum gepflanzt mit einer Gedenktafel, auf der u.a. verzeichnet ist: „Aus Feinden wurden Freunde.“ (sz)