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Wenn der Wasserpegel steigt, zählt jede Minute
Walheim, Erligheim und Kirchheim am Neckar setzen gemeinsam mit der Netze BW Sparte Dienstleistungen auf digitale Frühwarnung bei Starkregen und Hochwasser Walheim/Erligheim/Kirchheim a.N.: Wenn Starkregen einsetzt, kann aus einem vermeintlich kleinen Bach innerhalb kürzester Zeit eine ernste Gefahr werden: Wasserpegel steigen, Straßen laufen voll, Keller drohen zu überfluten. Für die Menschen vor Ort geht es dann nicht nur um Sachwerte, sondern um Sicherheit, Schutz und ihr Zuhause. Walheim und Erligheim haben solche Situationen bereits erlebt – umso wichtiger ist es, im Ernstfall früh gewarnt zu sein und schnell handeln zu können.
Die beiden Kommunen sowie Kirchheim am Neckar setzen deshalb gemeinsam mit der Netze BW Sparte Dienstleistungen auf NOYSEE – ein digitales Frühwarnsystem, das kritische Pegelstände überwacht und frühzeitig auf mögliche Risiken hinweist.
Digitale Sensorik verschafft im Ernstfall entscheidende Zeit
Die NOYSEE-Sensoren überwachen gefährdete Gewässerabschnitte in Echtzeit und melden, wenn sich eine Hochwasserlage entwickelt. Die Sensoren arbeiten mit Radar- oder Ultraschalltechnik, um den Abstand zur Wasseroberfläche präzise zu bestimmen. Dank Solarmodulen sind sie energieautark und bleiben auch bei längeren Starkregenlagen einsatzbereit. Steigen Wasserstände schnell an oder überschreiten festgelegte Grenzwerte, informiert das System automatisch die zuständigen Stellen. Feuerwehr, THW und weitere Einsatzkräfte können direkt in das System eingebunden werden.
Wie das konkret aussieht, zeigt der Blick in die drei Gemeinden:
- In Walheim misst ein Sensor den Pegel am Baumbach.
- In Erligheim wird der Ensbach überwacht, der in den Baumbach mündet.
- Kirchheim am Neckar hat drei Sensoren an besonders sensiblen Punkten im Gemeindegebiet installiert.
„Wenn das Wasser steigt, geht es um Menschen, ihr Zuhause und ihr Sicherheitsgefühl“, sagt Christoph Herre, Bürgermeister von Walheim. „Das Frühwarnsystem gibt uns wertvolle Zeit: Wir können schneller reagieren und unsere Bürgerinnen und Bürger besser schützen.“
Auch in Erligheim ist die Entscheidung für das System eng mit konkreten Erfahrungen vor Ort verbunden. „Wir haben erlebt, wie schnell sich die Lage bei Starkregen verändern kann“, erklärt Bürgermeister Rainer Schäuffele. „Dann zählt jede Minute. Wenn Feuerwehr und Bauhof die Pegelwerte frühzeitig erhalten, können sie die Situation besser einschätzen und gezielter reagieren – zum Schutz der Menschen in unserer Gemeinde.“
Aus Erfahrung wird Vorsorge
Wie wichtig diese Vorsorge ist, haben die vergangenen Jahre deutlich gezeigt: Am 2. Juni 2024 liefen in Walheim rund 80 Keller voll. Auch Erligheim war im Frühsommer 2024 gleich dreimal von Starkregen mit Überschwemmungen betroffen. Die Kommunen ziehen daraus Konsequenzen und stärken ihre Vorbereitung auf Extremwetter.
„Kirchheim ist 2024 glücklicherweise von größeren Hochwasserschäden verschont geblieben“, sagt Bürgermeister Uwe Seibold. „Aber auch wir müssen uns fragen: Wie gut sind wir auf den nächsten Starkregen vorbereitet? Eine Glaskugel haben wir nicht. Aber wir können heute handeln – deshalb setzen wir auf die NOYSEE-Sensoren.“
„NOYSEE warnt nicht nur, wenn es akut wird. Das System liefert den Kommunen auch wertvolle Daten, um besser zu verstehen, wo es bei Starkregen besonders kritisch werden kann. Dadurch lassen sich gefährdete Stellen frühzeitig erkennen und künftige Schutzmaßnahmen gezielter planen“, erklärt David Schweiger, Kommunalberater bei Netze BW. „Genau diese Verbindung aus Warnung und Datengrundlage macht NOYSEE so hilfreich für Städte und Gemeinden. Sie können daraus ableiten, wo sie Vorsorge treffen sollten – zum Beispiel mit baulichen Maßnahmen, angepassten Einsatzplänen oder einer besseren Information der Bevölkerung“, ergänzt Kommunalberaterin Dagmar Kruse.

- Wenn der Wasserpegel steigt, zählt jede Minute