Gemeindebücherei (Kirchheim)

Die passende Sprache finden

Erfasst von: Hörer-Müller, Angelika (22.11.2018)

Das Thema Sprache gehört in die Bücherei wie Benzin ins Auto. Meist beschäftigt uns das Thema aus Sicht der Autoren, wie diese die Sprache verwenden. Nun erweiterte Bibliotheksleiterin Angelika Hörer-Müller diesen Blick und machte mit dem Vortrag „Vom bewussten Umgang mit Sprache“ Interessierten ein Angebot, wie im Alltag und Beruf jeder auf seine Sprache achten kann, um eine Sprache zu pflegen, die ihm gut tut.

„Sonnenschein“, „Apfelbaum“, „behutsam“. Mit einer Wortprobe weckte Referentin Ines Franzke wohltuende Bilder bei den 15 Zuhörern, die zum jüngsten Vortrag in die Bücherei gekommen waren. Die LingvaEterna Fachdozentin für bewussten Umgang mit Sprache betonte: „Wir achten im Alltag viel zu selten darauf, mit welchen Worten wir unserem Gesprächspartner etwas sagen.“ Dabei erzeugen beispielsweise die Wörter „schnell“ und „müssen“ Druck und Hetze. „Häufig verwenden die Menschen genau diese Wörter, die ihnen nicht gut tun“, sagte die Referentin. Dies gelte es, bewusst zu machen.

Die Besucher formulierten gemeinsam eine Alternative, die ihnen gut tat. Die Referentin ermunterte, wohltuende Wörter in den aktiven Wortschatz einzubauen und sie mindestens einmal in der Woche zu verwenden.

Fürs „müssen“ bot sie eine schlichte Anregung mit Hilfe der Grammatik. Sie riet: „Verwenden Sie die Zukunftsform, das Futur.“ So wird aus dem Satz:„Ich muss noch schnell zur Apotheke.“ - wie ihn rund 95 Prozent der Bevölkerung sagen: „Ich räume noch die Spülmaschine aus. Danach werde ich zur Apotheke gehen, um das Rezept einzulösen.“.Der Effekt des Futurs sei also: „Wir schenken uns Freiräume und Zeit“, betonte Ines Franzke.

Als zweiten Tipp empfahl sie das Wortfasten. Dabei gehe es darum, das Wort „schnell“ – und in der schwäbischen Variante „g’schwind“ und „glei“– einfach wegzulassen. Sie empfahl zweimal täglich 20 Minuten darauf zu achten, diese Worte zu fasten. „Nur wenn wir bewusst darauf achten, beginnt unser Gehirn umzudenken“, informierte sie. Sie ermunterte, die neue Achtsamkeit mit der Sprache humorvoll zu sehen, wenn sie nicht stets gelinge. Das Umdenken sei ein Prozess. Und während dem, so verspricht sie „werden Sie viel Spaß haben“.

Mit weiteren Aspekten befasst sich der nächste Kirchheimer Sprachabend am Dienstag, 8. Dezember 2018, um 19 Uhr. Dauer: 90 Minuten. Der Eintritt kostet 12 €, die Hälfte davon erhält der KiD.

Franzke Sprache Vortrag