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Sehr informativer Vortrag über Blütenpflanzen des Zabergäus am 22.11. im KVZ in Kirchheim

Erfasst von: Grieb, Petra (26.11.2018)

Einen sehr informativen Abend mit einer beeindruckenden PowerPoint-Präsentation verbrachten 20 Gäste bei der NABU-Ortsgruppe Neckar-Enz in Kirchheim. Vorstand Jörg Altmann führte zunächst in das Thema des Abends ein, die Kartierung von Blütenpflanzen des Zabergäus. Nicht nur die Vielfalt an Insekten, Amphibien und Reptilien ist in den letzten Jahren teilweise drastisch zurückgegangen, sondern auch das Vorkommen von Pflanzen und deren Verbreitung. Einzelne Arten sind gar nicht mehr zu finden. Mit diesen einführenden Worten übergab Jörg Altmann das Wort an den Referenten des Abends, Herrn Apotheker Volker Dühring aus Güglingen. Herr Dühring erläuterte zunächst, daß in Baden-Württemberg schon seit längerer Zeit das Vorkommen von Pflanzen kartiert wird und dieses in längeren Intervallen wiederholt geschieht. Hierbei gibt es auch historische Dokumentationen aus längst vergangen Tagen, die die Artenvielfalt auf Wiesen, Trockenstandorten oder Weinbergen belegen. Heutzutage werden Untersuchungsgebiete in Quadranten eingeteilt. Zur Kartierung wird dazu  mittlerweile modernste Technik in Form von GPS-Navigation eingesetzt. Vor einiger Zeit benutzte man noch ausschließlich Karten des Landesvermessungsamtes. Herr Dühring ist mit dieser wichtigen Dokumentationsaufgabe mit zwei weiteren Personen im oberen Zabergäu unterwegs, aber auch in anderen, daran angrenzenden Gebieten. Die Teilnehmer der Veranstaltung bekamen sehr detaillierte und hoch aufgelöste Aufnahmen zu sehen, die die  artspezifische Merkmale  einzelner Arten verdeutlichen. So war es beeindruckend zu sehen, daß in unserer Region sehr unterschiedliche Orchideen zu finden sind. Nahezu unglaublich ist es aber zu hören, daß alleine das Johanniskraut in 8 verschiedenen Arten bei uns heimisch ist, es aber ca. 360 Arten von Brombeeren bei uns gibt. Herr Dühring machte während seiner Präsentation darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, naturnahe Gärten zu erhalten bzw. wieder verstärkt zu pflegen. Nicht nur die Vielfalt an heimischen Pflanzen wird hierbei gestärkt, sondern auch deren Standortpräsens und somit die Nahrungsgrundlage vieler Insektenarten. Schmetterlingsraupen sind vielfach von nur einer Wirtspflanze abhängig. Neben naturnahen Gärten sind besonders Streuobstwiesen, alte Bahntrassen und naturbelassenen Weinberge Heimat vieler spezialisierter Pflanzenarten. So ist im Zabergäu noch die Wilde Tulpe, der Sand-Mohn oder die Osterluzei zu finden.
Nach 90 Minuten sehr fundierter Information und beeindruckenden Bildern wurde der Abend von Jörg Altmann beendet mit einem herzlichen Dankeschön und einem Weinpräsent für den Referenten.