Gemeindebücherei (Kirchheim)

Sternschnuppen und Klimawandel auf schwäbisch

Erfasst von: Hörer-Müller, Angelika (25.02.2019)

„I stand uf Trollinger ond manchmol uf em Schlauch“ – so eröffnete Rolf Pressburger das Büchercafe in der Bücherei in der Storchenkelter. Seit mehr als 40 Jahren hat er sich der Mundart verschrieben. Zuerst waren da nur die schwäbischen Reime, aber Gefühle lassen sich noch besser in Musik ausdrücken und so wird ruckzuck aus dem Reim ein Lied. So hat er nun fast sein ganzes Leben vertont. Angefangen mit „En sellem Sommer“, als er in den 70er Jahren mit langen Haaren und seinem ersten Auto, einer Ente, nach Südfrankreich unterwegs war. Dann seine erste Liebe „Dronda am Bächle“, als er mit „dem Dorle“ Enten füttern und Kirschen klauen war. Peppig und rasant wurde es bei „Muck zom Elefanda“, romantisch bei „Am Hemmel flitzed Sternla“. Die Klimaveränderung und die Auswirkungen auf die Natur hat Rolf Pressburger in seinem Lied „Wo gesch na no na (Wo gehst du dann noch hin)?“ dargelegt.

Immer wieder wechselten nachdenkliche Verse sich mit Liedern zum mitwippen und mitsummen ab. Seine Texte sind geprägt von Kleinigkeiten in „I seh so viel, wenn i a bissle guck“ oder in „So an scheener Dag“. Der zwischenmenschliche Kontakt spielt eine große Rolle im Lied vom Einkaufen auf dem Markt, wo er seinen ungeliebten Nachbarn trifft, dem er morgens die Zeitung aus dem Briefkasten geklaut hat. Dazwischen streut der Musiker kleine Anekdoten ein und erzählt so die Grundgeschichte zu jedem Lied. Als Zugabe präsentierte Rolf Pressbuger „Tutti frutti“ von Little Richard. Die fast 40 Zuhörer mussten zuerst den schwäbischen Refrain einstudieren. Aus „Bop bopa-a-lu a whop bam boo“ wurde „Dr Wackelpudding wackelt en dr Gegend rom“ und aus dem Obstsalat ein Pudding mit Schoko-Nuss. Ein krönender Abschluss, der bei allen Besuchern ein Lächeln auf den Lippen hinterließ.

Pressburger Mundart Lesung Büchercafe