Aus dem Gemeinderat

Örtliche Jugendarbeit wird neu konzipiert

Erfasst von: Müller, Elke (11.06.2019)

Seit neun Jahren arbeitet die Gemeinde im Bereich der Offenen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit mit der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN) zusammen. Jetzt endet die Kooperation. Zum 30. Juni läuft der Vertrag mit der DJHN im Blick auf die Offene Jugendarbeit im Ort aus. Den Vertrag für die Zusammenarbeit mit der DJHN bei der Schulsozialarbeit hat die Gemeinde bereits fristgerecht zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt. Der Hauptgrund für die jetzige Beendigung der Kooperation mit der DJHN waren Probleme bei der Stellenbelegung und Krankheitsfälle im Bereich der Offenen Jugendarbeit sowie diverse personelle Veränderungen bei der DJHN in den letzten zwei Jahren. Dies hatte in letzter Zeit enorme Konsequenzen besonders für die Offene Jugendarbeit in Kirchheim zur Folge: Die vertraglich vereinbarten 1,5 Vollzeitstellen waren entweder nur zeitweise oder auch gar nicht besetzt.

 

Die Halbtagsstelle im Bereich der Offenen Jugendarbeit war vom 30. Januar bis zum 30. September 2017 gar nicht besetzt. In der Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. November 2017 wurde die Tätigkeit nur in einem Umfang von 25 Prozent wahrgenommen und erst ab dem 1. Dezember 2017 dann wieder zu 50 Prozent ausgefüllt – wie im Vertrag vereinbart. Bei der Vollzeitstelle in der Offenen Jugendarbeit sah es so aus: Diese Stelle war nur bis September 2018 belegt. Erst Anfang Februar dieses Jahres war es der DJHN gelungen, die Stelle neu zu besetzen. Inzwischen ist der Stelleninhaber jedoch längerfristig erkrankt und auch die Halbtagsstelle ist seit Anfang April wieder vakant. Es gibt also derzeit in Kirchheim kein Angebot der Offenen Jugendarbeit und das Jugendhaus ist seit April geschlossen.

 

Zuletzt hatte es wegen der Modalitäten zur Vertragskündigung Zwist zwischen der Gemeinde und der DJHN gegeben. Die DJHN hatte der Gemeinde eine sofortige Vertragsauflösung bei der Offenen Jugendarbeit und ein Vertragsende bei der Schulsozialarbeit zum 31. Dezember offeriert. Für die sofortige Vertagsauflösung bei der Offenen Jugendarbeit hatte die DJHN jedoch zunächst auf einer Abstandszahlung in Höhe von 21.000 Euro bestanden. Die Gemeinde hatte der DJHN dann im Gegenzug 3.000 Euro und die Fortführung der Schulsozialarbeit bis zum Ende des Jahres angeboten. Zudem hatte die Verwaltung der DJHN klar vor Auge geführt, dass es im Gemeinderat keine Zustimmung für den von der DJHN gewünschten Deal geben würde. Daraufhin hatten sich beide Vertragspartner nochmals an einen Tisch gesetzt.

 

Heraus kam nun eine Einigung im gegenseitigen und gütlichen Einvernehmen, deren Ergebnis Bürgermeister Uwe Seibold am Donnerstag letzter Woche im Gemeinderat präsentierte: Der Vertrag mit der DJHN bei der Offenen Jugendarbeit endet demnach zum 30. Juni. Die DJHN verzichtet dabei auf jegliche Abstandszahlungen durch die Gemeinde. Im Gegenzug macht nun die Gemeinde keine Kostenminderung für die aktuell angefallenen krankheitsbedingten Schließtage geltend. Im Bereich der Schulsozialarbeit endet das Vertragsverhältnis mit der DJHN wie vorgesehen zum 31. Dezember dieses Jahres. Hier hatte es in letzter Zeit keine nennenswerten Krankheitsausfälle gegeben.

 

Dieser Vereinbarung stimmte der Gemeinderat letzte Woche einstimmig zu und beauftragte zudem den selbständigen Fachberater für Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit, Volker Fuchs mit der Erarbeitung eines neuen Konzepts für die Jugendarbeit im Ort. Fuchs war früher Fachbereichsleiter bei der DJHN und dabei auch für die Gemeinde Kirchheim aktiv. Er soll der Gemeinde nun ein Konzept für die Fortführung der Offenen Jugendarbeit ab dem Jahr 2020 vorlegen und bekommt dafür im Gegenzug von der Gemeinde ein Honorar von 4.500 Euro.