ARCHIV: Aus dem Gemeinderat

Sperrung Im Rosenpark wird zur Dauerlösung

Erfasst von: Grieb, Petra (25.11.2019)

Der Gemeinderat hat am Donnerstag letzter Woche per Mehrheitsbeschluss die bislang probeweise geltende Sperrung der Straße Im Rosenpark zur Dauerlösung erklärt. Die Sperrung hatte die Gemeinde im Einvernehmen mit dem Landratsamt Ludwigsburg im Januar 2018 zunächst auf Probe für ein Jahr verfügt. Danach wurde der laufende Verkehrsversuch mit Genehmigung der Kreisbehörde bis Ende dieses Jahres verlängert. Der Gemeinderat hatte Ende 2017 mit seiner Entscheidung für den Verkehrsversuch auf die teils massiven Anwohnerproteste vom September 2017 reagiert. Damals hatten sich etliche  Anwohner der Straßen Im Rosenpark und Paradeißerweg im Gemeinderat massiv über das Raser-Verhalten der Autofahrer in ihrer Wohngegend beklagt. Konkreter Anlass war ein Unfall, der sich im Herbst 2017 Im Rosenpark ereignet hatte. Dabei wurde ein achtjähriges Kind vom Auto eines Rasers erfasst und schwer verletzt.

 

Mit seinem jetzigen Beschluss reagierte der Gemeinderat auf die Umfrage vom September, die die Gemeinde über das Nachrichtenblatt unter den Anwohnerinnen und Anwohnern durchgeführt hatte. Dabei sollten die betroffenen Ortsbewohner über ihre Erfahrungen mit der Sperrung Auskunft geben und urteilen, ob sie für oder gegen die Beibehaltung der Sperrung sind. Am Donnerstag der vergangenen Woche gab die Verwaltung im Rat das Ergebnis der Umfrage bekannt. Demnach votierten 47 von insgesamt 62 befragten Anwohnern dafür, dass die jetzige Sperrung dauerhaft bestehen bleibt. 15 Befragte waren dagegen der Meinung, die Sperrung habe sich nicht bewährt. Jürgen Brückner, Stephan Hennig, Tobias Lorenz und Immanuel Schmutz sprachen sich in der Ratssitzung dafür aus, die Sperrung beizubehalten und das Umfrageergebnis – und damit den Mehrheitswillen – anzuerkennen. Nur Sabine Reiffert bekannte offen: „Mit der Sperrung tue ich mich schwer“.

 

Die Befürworterinnen und Befürworter der Sperrung begründeten ihr jeweiliges Votum in der Umfrage hauptsächlich mit der größeren Verkehrssicherheit und damit, dass in der Gegend viele Kinder lebten. Seitens der Gegner wurde vorgebracht, die Sperrung habe dazu geführt, dass immer wieder Autos in die Straße Im Rosenpark einfahren und dann bei der Sperrung wieder umdrehen würden. Zudem werde in der Christofstraße seit dem Beginn des Verkehrsversuchs zu schnell gefahren. Zum Paradeißerweg käme man nur noch über die Christofstraße. Die Müllabfuhr und die Paketdienste müssten die Straße Im Rosenpark von zwei Seiten separat anfahren. Der Spielplatz werde kaum genutzt. Einzelne Gegner forderten zudem, die Straße Im Rosenpark müsse wieder – wie früher – in eine Spielstraße umgewidmet werden, in der Tempo 7 gelte.

 

Es wurden indes im Rahmen der Umfrage von den Sperrungs-Gegnern auch Vorschläge gemacht: An der Real-Kreuzung solle – im Sinne der Rechtsabbieger von der Max-Eyth-Straße auf die B 27 – die entsprechende Ampel wieder umgestellt werden, um Staus aus Richtung Neckarwestheim zu vermeiden. In der Straße Im Rosenpark solle eine Einbahnregelung in Richtung B 27 und ein LKW-Durchfahrtsverbot gelten. Im betreffenden Verkehrsweg sollten Barrieren eingebaut werden, um den Verkehr zu verlangsamen und regelmäßige Tempokontrollen stattfinden. Die Ratsmitglieder erhoben am Ende die Anregung von Brückner zum Beschluss, die Gemeinde solle darauf hinwirken, dass bei der neuen Ampelanlage am Lidlmarkt an der Einmündung in den Rosenpark nachträglich eine Kontaktschleife eingebaut wird.    

 

Seit der Sperrung Im Rosenpark, die nun zur Dauerregel geworden ist, gilt: Autofahrer, die von der Besigheimer Straße (Bundesstraße B 27) in den vorderen Teil der Straße Im Rosenpark einbiegen, stoßen unmittelbar vor dem Zugang zum Kinderspielplatz auf eine Absperrung, die nur von Fußgängern und Radfahrern passiert werden kann. Auf diese Verkehrssituation weist an der B 27 ein Sackgassen-Schild mit entsprechendem Zusatz hin. Der hintere Teil der Straße Im Rosenpark ist gemäß der jetzigen Verkehrsregelung nur über die Christofstraße und den Paradeißerweg erreichbar. Für Autofahrer, die die Christofstraße aus Richtung Norden kommend befahren, gilt an der Abzweigung in den hinteren Teil der Straße Im Rosenpark „rechts vor links“. Dies signalisiert dort ebenfalls ein Verkehrsschild mit dem schriftlichen Zusatz „Vorfahrt geändert“. Mit der Sackgassen-Regelung verlor die Straße Im Rosenpark vor rund zwei Jahren ihren Status als „verkehrsberuhigter Bereich“ und wurde dadurch zur Tempo-30-Zone. Bürgermeister Uwe Seibold machte letzte Woche im Rat deutlich, dass es wohl kein Zurück zur Spielstraßen-Regelung geben werde.