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Gedenkfeier am Totensonntag

Erfasst von: Grieb, Petra (25.11.2019)

Am Totensonntag, 24. November 2019 fand nach dem Gottesdienst in der Aussegnungshalle auf dem Kirchheimer Friedhof wie in jedem Jahr eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung statt.

 

"Erinnern heißt, eines Geschehens so ehrlich und rein zu gedenken, dass es zu einem Teil des eigenen Innern wird."

Mit diesen Worten des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizäcker begann Bürgermeister Uwe Seibold die Gedenkrede, die er im Wechsel mit Pfarrer Dirk Kubitscheck vortrug.

Durch die alljährliche Gedenkfeier am Totensonntag wird auch hier in Kirchheim zum Ausdruck gebracht, dass die Erinnerung an die zurückliegenden Grausamkeiten unserer Geschichte nicht in Vergessenheit geraten, sondern vielmehr zu einem bedeutenden Teil unserer gesellschaftlichen Kultur geworden sind.

Die Kultur des Erinnerns ist dabei ein wichtiger Baustein und ein wichtiges Fundament, um mit der Erinnerung auch das Bewußtsein weiter zu geben, dass über sieben Jahrzehnte Frieden und Freiheit, Wohlstand und soziale Gerechtigkeit, die wir insbesondere hier in Deutschland und in Europa erleben durften, keine Selbstverständlichkeit sind, sondern ein Privileg, das man sich tagtäglich vor Augen führen muss und für das es sich lohnt, seinen Beitrag zu leisten.

 

Die Feierstunde fand statt zum Gedenken an die Opfer von Gewalt und Krieg, Kinder, Frauen und Männer aller Völker, der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren haben. Zum Gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder wegen einer Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Die Trauer gelte den Opfern der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, den Opfern von Terrorismus und politischer Verfolgung, den Bundeswehrsoldatinnen und –soldaten und anderen Einsatzkräften, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

 

Man gedachte auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und schwache Opfer geworden sind. Und trauerte mit allen, die Leid tragen um die Toten.

 

Gemeinsam mit Herrn Beck legte Bürgermeister Seibold einen Kranz am Mahnmal nieder.

 

Würdevoll umrahmt wurde die Gedenkfeier musikalisch durch den Musikverein "Harmonie" und den Gesangverein "Liederkranz".