ARCHIV: Touristik, Museen (Bönnigheim)

Vinothek Weinkolleg vor Ort

Erfasst von: Tiedke, Hannelore (15.12.2019)

 

Der Signum – eine 30jährige Erfolgsgeschichte

 

 

Zum letzten Weinkolleg des Jahres haben sich am vergangenen Samstag 18 Vinothekare und Gäste in der Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu in Bönnigheim eingefunden. Eingeladen hatte der in Bönnigheim verantwortliche Fachmann für Önologie und Weinbautechnik, Thomas Eberbach. Begleitet und unterstützt wurde er bei seinem ersten Weinkolleg vom langjährigen früheren stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Weingärtner Stromberg-Zabergäu, Wolfgang Händel. Als schöne Geste empfanden die gespannten Zuhörer den Begrüßungssekt im Präsentations- und Verkaufsraum der WG, bevor alle zu den Barriquefässern in den deutlich kühleren Keller hinabstiegen.

 

Die Erfolgsgeschichte eines Spitzenproduktes, des Signum I und des Signum II umriss Eberbach mit einem kurzen geschichtlichen Rückblick, der noch vor das Jahr 1989 zurückreichte, in welchem der Signum erstmals als „deutscher Qualitätswein“ bezeichnet werden durfte. Schon 1986 wurden die ersten 2600 Flaschen abgefüllt und in einer kleinen aber feinen Präsentation im Schwanen in Ochsenbach von den Verantwortlichen verkostet. Wolfgang Händel hob in seinen Ausführungen deutlich darauf ab, dass weder die Ernten noch die Herstellung der damaligen Spitzenweine mit den heutigen Verfahren vergleichbar gemacht werden könnten. Wohl seien auch damals die Trauben aus verschiedenen großen Lagen für das Aushängeschild der WG verwendet worden, was ein großer Vorteil für die Qualitätssicherung ist. Jedoch könne die Akribie mit der heute das Lesegut vorsichtig von Hand in die einzelnen Kisten gelegt werde, nachdem nahezu „mit der Pinzette“ jede einzelne Traube von einzelnen, möglicherweise angefaulten Beeren befreit wurde,  nicht mit der „Eimerlese“ von 1986 verglichen werden. Kein Saft darf heute in der Kiste sein. Unverletzt müssen die Trauben in den Keller gelangen. Wurde damals noch mit dem Erhitzungsverfahren gearbeitet, wird heute - seit 2004/05- ausschließlich auf der Maische vergoren. Allerdings kostete damals eine Flasche Signum immerhin auch schon stolze 19,90 DM. In den ersten Jahren bereits wurde der Signum II ins große Holzfass gelegt und der Signum I brachte der Genossenschaft den Titel ein:  „Erste Genossenschaft, die einen Lemberger ins Barriquefass“ legt. Zunächst allerdings nur neun Monate, heute sind es 18 Monate. Sehr stark verändert hat sich auch die deutliche Ertragsreduktion dieser Spitzentrauben auf max. 60kg pro Ar.

Immer schon waren die Verantwortlichen der Kellerei darauf bedacht, das Niveau der Qualität nicht nur zu halten, sondern stetig erhöhen. Es gab Jahre, da war der Ertrag unter 40kg/Ar, aber auch Jahre, in denen die Qualität so gering war, dass kein Signum produziert werden konnte. Das machte den Signum weit über die Mainlinie hinaus zu einem hochwertigen Markenzeichen der Weingärtner Stromberg-Zabergäu. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Signum I des Jahrgangs 2016 in diesem Jahr der Genossenschaft den höchsten Staatsehrenpreis „Großes Gold“ in Berlin einbrachte. Von diesem dunkelroten Funkeln im Glas und den beerig-würzigen Aromen  und dem eleganten, langanhaltenden Abgang konnten sich die gebannten Zuhörer persönlich überzeugen, nachdem zuvor ein leichterer Signum II die Geschmackknospen geweckt und ebenfalls überzeugt hatte. Als abschließenden Hochgenuss präsentierten die Gastgeber noch einen Signum I von 2006, der die Fähigkeit des Lembergers zur langen Lagerung und Entwicklung in der Flasche bewies, jedoch nicht zum Spitzenjahrgang von 2011 – da waren sich alle Weinkenner einig - aufschließen konnte. Wohl denen, die diesen Jahrgang noch im Keller haben! Mit großem Applaus und freundlichen Dankesworten des Stellvertretenden Vorsitzenden der „Freunde der Vinothek“,  Joachim Mann, bedankten sich die Gäste bei Thomas Eberbach und Wolfgang Händel für dieses besonders gelungene Weinkolleg zum Jahresausklang 2019.