ARCHIV: Aus dem Gemeinderat

Wohnbebauung auf Kokillengie├čerei-Areal geplant

Erfasst von: Grieb, Petra (27.01.2020)

Die Erben der früheren Kokillengießerei wollen auf ihrem brachliegenden Gelände zwischen der Hauptstraße und der Bahnlinie eine Wohnbebauung ermöglichen und haben dafür mit der Bönnigheimer Firma UPR bereits einen Investor gefunden. Dazu muss der Bebauungsplan „Ortskern II“ erweitert werden. Denn bislang ist im betreffenden Gebiet nur eine so genannte Mischnutzung erlaubt. Dadurch, dass es entlang der Bahnlinie nun eine Lärmschutzwand gibt, erscheint es für die Eigentümer jetzt attraktiv, auf ihrem Gelände neu zu bauen. Dies kam für die Grundstücksbesitzer früher aus Lärmschutzgründen nicht infrage. Die Gemeinde begrüßt das Vorhaben und die damit verbundene bauliche Nachverdichtung im Ort. Und auch der Gemeinderat zeigte sich am Donnerstag, 23.1.2020 offen. Das Gremium fasste den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Ortskern II – 1. Änderung“ und gab damit dem Investor schon mal ein erstes positives Signal.

 

Hauptamtsleiterin Tina Heller präsentierte im Gemeinderat als Tischvorlage bereits ein vorläufiges städtebauliches Konzept des Investors. Demnach sollen auf der rund 0,22 Hektar großen Fläche drei Reihenhausgruppen mit 9 Wohneinheiten und mit mehr als 20 Stellplätzen und Garagen entstehen. Den Bebauungsplan „Ortskern II – 1. Änderung“ wird das Büro Zoll aus Stuttgart ausarbeiten, aus dessen Feder auch der Bebauungsplan „Ortskern II“ stammt. Tobias Lorenz, Jürgen Brückner und Inge Schemminger äußerten sich zufrieden zu den Plänen des Investors – besonders mit Blick auf die vielen Stellplätze. Auf Wunsch von Immanuel Schmutz und anderen Ratsmitgliedern will die Gemeinde nun dem Investor nur noch drei zusätzliche Hinweise mit auf den Weg geben: Es sollen am Ende möglichst zwei Stellplätze pro Wohneinheit geschaffen und aufgrund der angestrebten dichten Bebauung die Zahl der Wohneinheiten begrenzt werden. Schließlich will man den Investor auch noch dazu bringen, die Baufläche zugunsten von höheren Gebäuden in geringerem Maße zu versiegeln.

 

In der Bürgerfragestunde hatte sich zu Beginn der Gemeinderatssitzung ein Anwohner bei der Verwaltung erkundigt, ob es auf dem betreffenden Grundstück irgendwelche Altlasten gibt. Bürgermeister Uwe Seibold berichtete daraufhin von einer Altlasten-Untersuchung aus dem Beginn der 2000er Jahre. Seibold konnte zwar aus dem Hut nichts Genaueres über den damaligen Stand der Erkenntnisse sagen. Dennoch erinnerte er sich daran, dass damals wohl einige Altlasten registriert wurden. „Heute sind die Regelungen sehr viel strenger, als zur damaligen Zeit“, stellte Seibold überdies fest. Jedenfalls ginge es zum jetzigen Zeitpunkt erstmal nur darum, das Vorhaben formell anzustoßen und keinesfalls schon um irgendwelche Inhalte.