ARCHIV: KuKuK

„Kunst im Mai“-Ausstellung am Neckartalradweg

Erfasst von: Grieb, Petra (18.05.2020)

Die alljährliche Veranstaltungsreihe „Kunst im Mai“ markiert in Kirchheim jeweils immer den Auftakt zum neuen Kulturjahr und besitzt im Ort mittlerweile Kultstatus. Da präsentiert der Arbeitskreis Kunst und Kultur in Kirchheim – kurz „KuKuK“ – jedes Jahr normalerweise an einem verlängerten Wochenende Anfang oder Mitte Mai die Exponate von kreativ Tätigen aus der Region – üblicherweise auch mit viel Musik. Diese Tradition pflegen der Arbeitskreis „KuKuK“ und die Gemeinde nun auch im Corona-Jahr 2020 weiter – wenn auch ohne Bands und Konzerte.

 

Laut Thomas Nollenberger vom Arbeitskreis „KuKuK“ und Kulturamtsleiterin Andrea Fritz war den Veranstaltern von Anfang an klar, dass der diesjährige „Kunst im Mai“-Event aufgrund der geforderten Abstandsregeln nur an der frischen Luft und ohne die übliche Eröffnungsveranstaltung stattfinden kann. „Wir haben immer wieder an die vielen Künstlerinnen und Künstler gedacht, die zurzeit kaum Geld verdienen und wollten alleine schon deshalb die `Kunst im Mai´-Aktion nicht ausfallen lassen. Auf die Freiluft-Idee kamen wir durch die derzeitigen „to-go“-Aktionen von Restaurants“, erklärte Nollenberger am Donnerstag der vergangenen Woche.

 

In dieser Woche laden der Arbeitskreis und die Gemeinde nun Kulturinteressierte und Ausflügler unter dem Motto „guck & go“ zum Flanieren durch die Outdoor-Galerie entlang des Neckartalradwegs ein. Dort gibt es seit dem letzten Samstag eine Bilder-Ausstellung mit 20 jeweils ein auf ein Meter großen Quadraten von Lisa Nollenberger und Michael Arnold zu sehen. Es handelt sich bei den Werken jeweils um Reproduktionen von Originalen, die auf bespannte Rahmen gezogen wurden und somit auch einem eventuellen Regenguss trotzen. Die Bilder hängen am Fuß der terrassierten Steillagen-Weinberge sozusagen in der zweiten Reihe und sind dadurch von der Höhe her gut sichtbar.

 

Und so ziehen gegenwärtig die liebevollen Monster der örtlichen Künstlerin Lisa Nollenberger vorbeikommende Fußgänger(innen) und Radfahrer(innen) in ihren Bann. Der Brackenheimer Künstler Michael Arnold ergänzt die diesjährige „Kunst im Mai“-Ausstellung unter dem bezeichnenden Titel „Kunst aus der Distanz – zwischen Neckar und Steillagen“ mit seinen zehn „Andock-Bildern“. „Es sind Ausschnitte aus bestehenden Werken. Die `ungegenständlichen´ Bilder habe ich jeweils spontan und aus der Intuition heraus gemalt. Jede Betrachterin und jeder Betrachter ist dazu eingeladen, sich daraus selbst ein Bild zu machen“, erläuterte Arnold seine Intention.

 

Die Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsregeln erscheint – vorausgesetzt, dass alle sich daran halten – im Freien am Radweg entlang des Neckarufers mühelos möglich. Schließlich bekommt man auch im Kunstmuseum eher einen zusammenhängenden Blick auf ein Gemälde, wenn das Werk in aller Ruhe auf Abstand in Augenschein genommen werden kann. Der Neckartalradweg bei Kirchheim ist während der rund einwöchigen Ausstellungszeit auf jeden Fall um eine Attraktion reicher.