ARCHIV: Sonstige Vereinigungen

Naturpark Stromberg-Heuchelberg

Erfasst von: Goldmann, Martina (18.05.2020)

… und wenn der Wolf kommt?

Wolfsausstellung im Naturparkzentrum

 

Seit Anfang April ist im Naturparkzentrum Stromberg-Heuchelberg eine große Wolfsausstellung der Stiftung WaldHaus Freiburg aufgebaut, die nach den Lockerungen der Corona-Schutzbestimmungen jetzt auch gezeigt werden kann. Die Zahl der Besucher ist beschränkt, ein Besuch ist derzeit nur nach einer Terminbuchung im Naturparkzentrum möglich (Tel. 07046/884815, weitere Infos unter www.naturpark-sh.de). Eine gute Gelegenheit, die Wolfsausstellung mit der Familie fast exklusiv zu entdecken.

Der strenge Schutz der Wölfe zeigt Wirkung, sie kehren zurück in unsere dicht besiedelte Kulturlandschaft. Ein Ziegenriss bei Sersheim, das Foto eines Wolfes von einer Wildkamera bei Sinsheim sind nur zwei Belege für die zeitweilige Anwesenheit Meister Isegrims in der Naturparkregion. Fakten und Mythen verschwimmen, schüren Ängste und pflegen romantisierte Vorstellungen. Kaum ein Tier spaltet so sehr die Gesellschaft wie der Wolf, entsprechend emotional werden die Debatten geführt. Aber wie steht es um unser Wissen über den Wolf? Welchen Lebensraum beansprucht er, wie fügt er sich ins Ökosystem? Ist er für uns gefährlich? Die Stiftung WaldHaus Freiburg hat federführend diese Fragen für Baden-Württemberg als Wolfserwartungsland in einer Wanderausstellung aufbereitet: „… und wenn der Wolf kommt? Alte Mythen und neue Erfahrungen“.

Die Wolfsausstellung passt bestens zur Wildkatzenausstellung im Naturparkzentrum und bietet die einzigartige Gelegenheit, die Lebensweise und Biologie der beiden Beutegreifer gegenüberzustellen und zu vergleichen.

Gezeigt wird, wie sich mit der Naturschutzbewegung das Image des Wolfes langsam verändert hat und neue Gruppen sich – nun oft romantisch verklärt – seiner Symbolik bedienen. Eine gemütliche Leseecke lädt zum Schmökern in Märchen- und anderen Wolfsbüchern ein, aber auch zur kritischen Durchsicht von „Wolfsmeldungen“ aus jüngerer Zeit. Wolfsangel, Tellereisen und eine historische Feuerwaffe stehen für die jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen bis zur Ausrottung der letzten Wölfe in Baden-Württemberg im 19. Jahrhundert.

Im Ausstellungsbereich „Biologie und Lebensweise“ können kleine und große Besucher die Welt aus der Perspektive des Wolfes wahrnehmen, zu Gast bei den Welpen in einer Wolfshöhle sein oder sich an eine gedeckte „Wolfstafel“ setzen. Fotofallen, Halsbandsender und andere Hilfsmittel veranschaulichen, wie Wolfsforscher diesen scheuen Raubtieren auf die Spur kommen. Selbst ausprobieren kann man, wie schwierig im „Wolfsmonitoring“ allein die Unterscheidung zwischen Wolf und Hund ist. Wozu dieses „Monitoring“ dient, ist auf einer regelmäßig aktualisierten Karte zu sehen, die die Wolfsnachweise in Mitteleuropa präsentiert und zeigt, wie sich Wölfe auch in Deutschland langsam wieder ausbreiten.

Um den Eindruck zu vermeiden, dass der Wolf als Vegetarier durch die Lande streift, fehlen neben einem Wolfspräparat weder ein präpariertes Schaf noch ein Reh. Denn bei aller Relativierung des Wolfsbildes ist aus dem Raubtier bis heute kein Lamm geworden. Mit welchen Herausforderungen die Rückkehr von Wölfen in eine moderne Kulturlandschaft insbesondere für die Nutztierhaltung aber auch die Jägerschaft in Baden-Württemberg verbunden ist und wie entstehende Konflikte konstruktiv gelöst werden können, wird anschaulich dargestellt. Besucher erfahren, wie die mit dem „Wolfsmanagement“ im Land beschäftigten Teilnehmer der „Arbeitsgruppe Luchs und Wolf“ über Möglichkeiten des Herdenschutzes oder Ausgleichzahlungen im Fall getöteter Nutztiere diskutieren. Insgesamt legt die Ausstellung großen Wert darauf, die mit der Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg bestehenden Herausforderungen weder zu verharmlosen, noch die alten Vorstellungen vom „bösen Wolf“ zu bedienen, wo aktuelle Forschungen ein anderes Bild zeichnen. Sie möchte nicht zuletzt aufzeigen, wie ein Zusammenleben von Mensch und Wolf in der heutigen Kulturlandschaft aussehen kann. Unterhaltsame Mitmachelemente laden Groß und Klein ein, den Wolf kennenzulernen. Speziell für Kinder gibt es eine Hausralley, die sie mit altersentsprechenden Aufgaben durch die Ausstellung führt.

Informationen und Details finden Sie auf unserer Website www.naturpark-stromberg-heuchelberg.de .

Die Stiftung WaldHaus Freiburg hat die Wolfsausstellung gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Verein Wildwege e.V. und mit Unterstützung des Naturparks Südschwarzwald, des WWF, ForstBW und der „Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg“ konzipiert. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Naturparkzentrums, Mittwoch bis Sonntag von 10 – 17 Uhr, zu sehen. Die Ausstellung wird gefördert durch Naturparkförderung aus Mitteln des Landes, der Lotterie Glücksspirale und der Europäischen Union.

 

 

CoroNaturparkTipp

Corona: Naturpark mit Kind

 

Das Gebot, Sozialkontakte zu minimieren muss nicht unbedingt davon abhalten, raus ins Grüne zu gehen. Unsere ausgedehnten Wälder, Obstwiesen und Weinberge im Naturpark bieten ideale Möglichkeiten, anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. ABER zur Vermeidung fortlaufender Infektionsketten die Bitte: bleibt in der Familie unter Euch, haltet Abstand zu anderen.

 

„Mein Waldschatz“

1. Jede(r) TeilnehmerIn begibt sich selbst auf die Suche nach einem für sich interessanten Gegenstand im Wald. Dieser "Waldschatz" sollte in die zusammengeballte Hand passen, z. B. ein Stein oder Zapfen.
2. Wenn jede(r) einen Waldschatz gefunden hat, kommt ihr im kleinen Kreis zusammen und gebt die Schätze hinter euren Rücken herum. Schließt die Augen und ertastet die Gegenstände.
3. Wenn jede(r) wieder den eigenen Schatz in der Hand hält, dürft ihr die Augen öffnen und euch eure Gegenstände zeigen. Tauscht nun eure Sammelerlebnisse aus und gebt euren Schätzen Fantasienamen.

 

Weitere CoroNaturparkTipps für zu Hause und unterwegs unter: https://www.naturpark-stromberg-heuchelberg.de/erleben/coronaturparktipps/

 

 

Bild: Mein Waldschatz

© Amelie Baur; frei zur Berichterstattung über den Naturpark