Seebrücke Kirchheim/N.

Man lässt keinen Menschen ertrinken

Erfasst von: Hennig, Stephan (01.06.2020)

 

Bei allen Sorgen und Nöten, die uns in dieser Corona Zeit zu schaffen machen, möchten wir in regelmäßigen Abständen auf die Situation der auf der Flucht befindenden Menschen aufmerksam machen. Wir möchten dies tun ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Moralappelle, rein zur Information und in der Hoffnung, dass sich die eine oder der andere angesprochen fühlen.

Heute zitieren wir einen Text der Crew der See-Watch, eines zivilen Rettungsschiffes, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Menschen in Seenot zu lokalisieren und an Bord zu nehmen und in einem sicheren Hafen zu bringen.

Die Crew schreibt unter der Überschrift "Worte sind wertlos, wenn keine Taten folgen" folgende Zeilen:

 

"Auch im letzten Jahr sind erneut über 1.800 Menschen ertrunken - Hunderte werden vermisst. Worte können das tragische Schicksal dieser Menschenleben nicht beschreiben. Das Schlimmste daran: Ihr Tod und ihr Leid waren vermeidbar.

Das gesamte Ausmaß der humanitären Katastrophe im Mittelmeer wird vermutlich nie bekannt werden. An den Grenzen Europas spielt sich eine Tragödie ab, die eine ganz andere Geschichte darüber erzählt, wofür Europa stehen will.

Wir dürfen nicht zulassen, dass aus den Traumata der Menschen reine Statistiken werden. Sie sind echte Menschen, wie Du und ich, mit Träumen und Hoffnungen, Familien und Geschichten, Ängsten und Sorgen, und einem unbändigen Willen, zu überleben. Sie sind stark, denn sie sind bis hierhergekommen, aber viele sterben auf der Flucht oder werden zu Waisen gemacht. Wer flieht hat keine Wahl. 

Worte sind wertlos, wenn keine Taten folgen. Stellen wir uns den Herausforderungen"

 

Soweit der Text der See-Watch-Crew. Wir planen als Bündnis in der Nach-Corona-Zeit eine Ausstellung im Kirchheimer Rathaus rund um das Thema Flucht und Seenotrettung. Seien Sie gespannt darauf, wir informieren Sie an dieser Stelle rechtzeitig über alle Neuigkeiten.

 

Die Sprecher des Bündnisses Stephan Hennig und Götz Schwarzkopf und das Flüchtlingsdiakonat des Ev. Kirchenbezirks Besigheim freuen sich über Unterstützung (Kontakt: Tel. 07143 891423, Büro face design).