ARCHIV: Aus dem Gemeinderat

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Wilhelmstraße

Erfasst von: Grieb, Petra (28.09.2020)

Als vor kurzem die wesentliche Forderung im Kirchheimer Lärmaktionsplan nach einer ganztägigen Tempo-30-Regelung auf der Bundesstraße B 27 umgesetzt wurde, war klar: Es müssen eine Reihe von Maßnahmen folgen, die Autofahrer grundsätzlich daran hindern, beispielsweise die Wilhelmstraße als Ausweichstrecke zu benutzen. Denn auf das Problem des Schleichverkehrs durch den Ort als Folge der Einführung von Tempo 30 rund um die Uhr hatte Verkehrsplaner Stefan Wammetsberger vom Büro Koehler und Leutwein aus Karlsruhe die Gemeinde schon bei der Erstellung des Lärmaktionsplans durch sein Büro hingewiesen. Außerdem beklagen sich Anwohner der Wilhelmstraße immer wieder darüber, dass es vor ihrer Haustüre manchmal zugeht, wie auf einer Autobahn. Die dortige Straßenbreite besonders im südlichen Bereich verführt Autofahrer anscheinend immer wieder zur Raserei.

 

Inzwischen hat die Gemeinde einen Katalog von verkehrsberuhigenden Maßnahmen für die Wilhelmstraße erarbeitet, den Wammetsberger nun am Donnerstag vorletzter Woche im Gemeinderat vorstellte. Eine der wichtigsten geplanten Neuerungen ist die Umwandlung des nördlichen Teils der Wilhelmstraße – im Abschnitt von der Friedenstraße bis zur Einmündung in die Schillerstraße – in eine Einbahnstraße. Sollte das Landratsamt dieser Forderung der Gemeinde zustimmen, könnten die Autofahrer künftig die Wilhelmstraße ab der Friedenstraße nur noch in Richtung Norden hin zur Ortsmitte befahren. In diesem Abschnitt der Wilhelmstraße sollen zudem Schrägparkplätze angelegt und Blumenkübel aufgestellt werden, um den dortigen Autoverkehr zu verlangsamen. Positiver Nebeneffekt davon: Insgesamt könnten laut Wammetsberger durch eine schräge Parkierung mehr Parkplätze geschaffen werden, als durch Längsparkplätze.

 

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung hatte ein Anwohner der Wilhelmstraße in der Bürgerfragestunde zunächst seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck gebracht, dass dort nun endlich konkrete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung geplant seien. Der Kirchheimer Bürger wünschte sich aber entsprechende Aktionen auch für den südlichen Teil der Wilhelmstraße. Bürgermeister Uwe Seibold erläuterte daraufhin, umfassende Maßnahmen könnten im südlichen Bereich erst vorgenommen werden, wenn nach Einigung mit der Firma Cronimet der neue Busbahnhof fertiggestellt sei und die Busse nicht mehr durch die Wilhelmstraße fahren müssten. Im Süden der Wilhelmstraße sei deshalb auch eine Einbahnstraßenregelung zurzeit noch nicht möglich. Man werde aber den Süden nicht vergessen, versprach Seibold.

 

Die geplante Einbahnstraßenregelung im nördlichen Teil der Wilhelmstraße bewertete Wammetsberger in der letzten Sitzung im Rat als einen „ersten Schritt“. Danach könne man die Lage beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ins Auge fassen: Zum Beispiel zusätzliche und teilweise auch vergrößerte Blumenkübel, die dann auch im südlichen Bereich der Wilhelmstraße aufgestellt würden. Oder, bereits vorhandene Pflanzkübel könnten noch weiter vom Bürgersteig abgerückt werden – im Sinne einer Fahrbahnverengung zur Temporeduzierung. Für die Einführung dieser Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Wilhelmstraße will die Gemeindeverwaltung nun zeitnah einen Antrag für eine verkehrsrechtliche Anordnung beim Landratsamt einreichen.

 

In der Aussprache im Anschluss an Wammetsbergers Vortrag schlug Stephan Hennig vor, im nördlichen Teil der Wilhelmstraße auch dem Fahrradverkehr genügend Platz einzuräumen. Dies empfand der Verkehrsplaner zwar als eine „schöne Idee“, verwies aber gleichzeitig darauf, dass entsprechende Markierungen in einer Tempo-30-Zone nicht erlaubt seien. Immanuel Schmutz mahnte weitere Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung an und Jürgen Brückner äußerte leise Zweifel an den geplanten Schrägparkplätzen. Letztere animieren manche Autofahrer laut Brückner dazu, ihr Gefährt bis auf den Gehweg zu parken. Denis Doms zeigte sich ebenso skeptisch gegenüber der Einrichtung von Schrägparkplätzen und stimmte am Ende als Einziger gegen die Beantragung von Schrägparkplätzen in der nördlichen Wilhelmstraße. Da die Gemeinde ihre Pläne zur Verkehrsberuhigung in der Wilhelmstraße bereits mit dem Landratsamt abgesprochen hat, rechnet die Verwaltung nun damit, dass es mit der Umsetzung nicht so lange dauert.