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„Spatenstich“ für den Schulanbau

Erfasst von: Grieb, Petra (12.10.2020)

Die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes läuft bereits seit dem Juni. Jetzt haben parallel dazu die Bauarbeiten für den dreistöckigen Schulanbau auf der Nordseite des Schulgeländes an der Strombergstraße begonnen. Mit dem symbolischen „Spatenstich“ läutete Bürgermeister Uwe Seibold am Dienstag der vergangenen Woche zusammen mit Schulleiterin Simone Brett, zwei Schülersprecherinnen, einigen Ratsmitgliedern sowie Vertretern des Planungsbüros Architektur 109 aus Stuttgart und der Besigheimer Baufirma Karl Köhler den Baustart für die Erweiterung der örtlichen Schule ein. Damit hat nun auch offiziell das Schulprojekt begonnen, das Seibold letzte Woche in seiner Begrüßung als die „größte Baumaßnahme in der Geschichte der Gemeinde Kirchheim“ bezeichnete.

 

Den „Spatenstich“ hatte die Gemeinde laut Seibold schon vor längerer Zeit geplant. Der symbolträchtige Akt war letzte Woche dann noch bis zum Schluss gefährdet, wie Seibold berichtete. Denn mit der notwendigen Rodung des Baufelds für den Schulanbau hatten die Bauarbeiter – kurz vor dem „Spatenstich“ – erst begonnen, nachdem auch die letzte Eidechse von einem Ökologen behutsam in das Ausweich-Habitat südlich vom Kinderhaus Klecks umgesiedelt worden war. Dem Bürgermeister war daher letzte Woche beim „Spatenstich“, wie Schulleiterin Brett, die Erleichterung anzumerken, dass es doch noch zum „spontanen Event“ auf dem Baufeld kommen konnte. Dort waren die Bagger bereits mit der Vorbereitung der Baufläche an der Strombergstraße beschäftigt.

 

Mit dem Anbau steht der Schule auf dem Laiern voraussichtlich ab dem Frühjahr 2022 ein weiteres Schulgebäude mit zwölf Klassenzimmern und Fachräumen für den naturwissenschaftlichen Unterricht sowie Räumlichkeiten für die Ganztagsbetreuung und das Schülercafé zur Verfügung. Bis zum Jahresende 2022 soll dann das gesamte Schulprojekt mit einem Kostenvolumen von insgesamt rund 13 Millionen Euro abgeschlossen sein. Der künftige Erweiterungsbau wird dringend nötig, weil in Kirchheim schon seit Jahren kontinuierlich die Schülerzahl steigt und die örtliche Gemeinschaftsschule unter einem enormen Raummangel leidet. Darauf verwiesen letzte Woche anlässlich des „Spatenstichs“ erneut sowohl Seibold als auch Brett.

 

„Für Kirchheim als dritten Schulstandort in der Umgebung nach Besigheim und Bönnigheim ist dies ein besonderer Tag“, hob Seibold hervor und bedankte sich bei der Schulleiterin, dem Gemeinderat, den Planern und dem Land Baden-Württemberg für deren Unterstützung. Seinen Dank an das Land adressierte Seibold an den CDU-Landtagsabgeordneten im hiesigen Wahlkreis, Fabian Gramling. Vom Land hat Kirchheim für das Schulprojekt einen Zuschuss von 6,7 Millionen Euro erhalten. Ihren Eigenanteil will die Gemeinde aus Etat-Rücklagenmitteln und durch Kreditgelder beisteuern. „Im Haushalt ergibt sich dadurch keine Mehrbelastung“, stellte Seibold erfreut fest. Denn die Kosten für den Anbau könnten dadurch kompensiert werden, dass die Schule später nicht mehr auf die inzwischen mehr als 40 angemieteten Schulcontainer angewiesen sei. Das Ganze sei somit für die Gemeinde ein „Nullsummenspiel“, erklärte Seibold und wünschte dem Bauprojekt einen „guten, unfallfreien Verlauf“.

 

„Endlich können jetzt die Bauarbeiten beginnen“, äußerte Brett im Anschluss an die Worte Seibolds ebenfalls sichtlich erfreut. Die Schulleiterin hatte den Anwesenden beim „Spatenstich“ etwas mitgebracht. Im Hintergrund, aber trotzdem für alle gut zu erkennen, standen einige Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse und hielten jeweils eine Buchstabentafel hoch. Aneinander gereiht, war da zu lesen: „Jetzt geht´s los!“. Sie habe in den vergangenen Jahren viele Gespräche mit den Behörden und Planern geführt, bekannte Brett. In letzter Zeit sei es an der Schule „immer enger“ geworden. Dies konnte Brett anhand der Schülerzahl-Entwicklung dann auch glaubhaft belegen: Von 340 Schülerinnen und Schülern im Jahr 2012 ist die Zahl demnach im Jahr 2016 auf 380 und zuletzt 2020 auf 440 Schülerinnen und Schüler gestiegen.

 

Zugenommen habe in diesem Zeitraum indes auch die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer, betonte Brett. Derzeit sind an der Kirchheimer Schule 47 Lehrkräfte tätig. Für sie sollen im Zuge der Schulerweiterung ebenfalls neue Räumlichkeiten mit einer Gesamtfläche von 240 Quadratmetern entstehen. Diese seien alleine schon deshalb erforderlich, weil die Lehrkräfte der Gesamtschule größtenteils ganztägig in der Schule arbeiteten, erläuterte Brett. „Wir werden in den nächsten zwei spannenden Jahren mit der Baustelle leben und dabei die Schwierigkeiten in Kauf nehmen“, gelobte die Schulleiterin und bedankte sich schließlich ihrerseits bei der Gemeinde für deren Engagement als Schulträgerin.

 

Als Gramling zum „Spatenstich“ erschien, sprach Seibold dem Landtagsabgeordneten nochmals auf direktem Weg seinen Dank aus. Der CDU-Politiker habe sich persönlich für das Kirchheimer Schulprojekt eingesetzt, wandte sich Seibold an Gramling. Sollte Gramling, der sich bei der nächsten Bundestagswahl für ein Bundestagsmandat bewirbt, nach der Wahl als Abgeordneter in Berlin landen, könne er die Gemeinde Kirchheim auch auf Bundesebene vertreten, wünschte sich Seibold. Gramling hob das Engagement der Kirchheimer Schule ausdrücklich hervor und meinte deshalb, die örtliche Schule brauche daher auch eine gute Ausstattung. Und dafür wolle er sich auch zukünftig einsetzen, versprach er. Nach dem offiziellen Teil lud die Gemeinde die Gäste dann noch Corona-konform und unter Einhaltung der Abstandsregeln zu Cola, Saft und Brezeln ein.