Seebrücke Kirchheim/N.

Eindrucksvolle Bilder

Erfasst von: Hennig, Stephan (08.11.2020)

 

Gleich in drei Ortschaften zeigte ein Zusammenschluss mehrerer Initiativen sehr eindrucksvoll die Lebensumstände der Menschen in den europäischen Flüchtlingslagern. So war an drei Tagen nacheinander ein größeres Zelt zunächst in der Bönnigheimer Innenstadt, dann im Kirchheimer Ochsengarten und zum Abschluss auf dem Lauffener Kiesplatz aufgebaut. In einem Zelt dieser Größe sind in den Lagern ca. 10 Personen untergebracht. Nach dem Betreten des Zeltes zeugten die aufgestellten Feldbetten, aufgehängten Handtücher und Kleidungsstücke von der Enge und der eingeschränkten Privatsphäre die darin herrschen. An der im hinteren Zeltteil aufgestellten Leinwand konnten die Besucher eine gekürzte Version des Films "A short story of Moria" ansehen, in dem der Afghane Milad Ebrahimi von seinem Leben im Flüchtlingslager von Moria berichtet, mit Worten und Bildern die unter die Haut gehen. Den Besucherinnen und Besuchern wurde anschließend noch die Möglichkeit gegeben, einen Musterbrief an die Landtags- und Bundestagsabgeordneten zu unterschreiben und diese darin aufzufordern, sich für die Aufnahme weiterer geflüchteter Menschen in Deutschland einzusetzen. Bereits über 200 Städte, Landkreise und sogar ganze Bundesländer haben sich bereit erklärt, weitere Menschen bei sich aufzunehmen und durch das anschließende Asylverfahren zu begleiten. Gerade in der kommenden Herbst- und Winterzeit ist mit einer weiteren Verschlechterung der humanitären Situation in den Lagern zu rechnen. Dies ist nach Auffassung der Veranstalter nicht mit den europäischen Werten und dem Recht auf ein würdevolles Leben zu vereinbaren, daher eint sie die Forderung nach Räumung der Lager und der Verteilung der Menschen in ganz Europa.