Aus der Gemeindeverwaltung (Erligheim)

Gedanken zum Volkstrauertag

Erfasst von: Dziewior, Isabella (16.11.2020)

75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg glaubten und hofften wir, alles im Griff zu haben. 75 Jahre schweigen bei uns die militärischen Waffen. Die derzeit etwa 150 gewaltsamen Krisen und Kriege finden relativ weit weg statt: in Afrika, in Asien, in Syrien und vielen Ländern des Nahen Ostens, auch in Mexiko und Kolumbien und anderen Teilen Lateinamerikas.

Doch in diesem Jahr wurden wir nicht erst am Osterfest aufgeweck. Seit Januar erreichten uns ständig Nachrichten über eine drohende Coronavirus-Pandemie. Heute kennt jeder Covid-19. Eines von Tausenden Viren, die es gibt, hat es innerhalb kurzer Zeit geschafft, weltweit bekannt zu werden. Wir haben erlebt, dass nicht nur Nachrichten, sondern auch Viren in unserer globalisierten Gesellschaft schnell um die ganz Welt gehen.

Eine Frage, die sich am Volkstrauertag, 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und im Jahr dieser Covid-19-Pandemie, stellt, lautet: Was lernen wir Menschen aus der Geschichte? Was können wir aus ihr lernen?

 

Totengedenken zum Volkstrauertag

 

WIr denken an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. 

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. 

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. 

Wir gedenken auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.