Aus dem Gemeinderat

Soll früherer Cronimet-Verwaltungsbau erhalten bleiben?

Erfasst von: Grieb, Petra (16.11.2020)

Die Gemeinde hat mit dem ganzen Gebiet rund um den Bahnhof viel vor. Seit die Firma Cronimet Ende 2016 ihren Kirchheimer Standort in der Bahnhofsstraße aufgegeben hat, eröffnen sich riesige Chancen für eine Neugestaltung des gesamten Bahnhofsareals. Kürzlich hat sich die Gemeinde mit der Firma Cronimet auf einen Grundstückskauf geeinigt. Für 1,2 Millionen Euro geht das ehemalige Firmengelände jetzt in den Besitz der Gemeinde über. Der Kaufvertrag soll laut Bürgermeister Uwe Seibold noch im November unter Dach und Fach sein. Für das Bahnhofsgebiet gibt es mittlerweile schon große Pläne: Es sollen unter anderem ein barrierefreier Busbahnhof samt Wendeplatte, ein Fahrradparkhaus, neue P&R-Stellplätze und eventuell auch Gebäude entstehen. Und aus dem früheren Bahn-Güterschuppen, den die Firma Cronimet bis zuletzt als Verwaltungsbau genutzt hatte, könnte vielleicht später einmal ein Jugendhaus werden.

 

Ob es soweit kommt, hängt indes nicht zuletzt vom baulichen Zustand des Güterschuppens neben dem Bahnhofsgebäude ab. Am Donnerstag der vergangenen Woche ging es nun im Gemeinderat erstmal um die grundsätzliche Frage, ob der ehemalige Verwaltungssitz der Firma Cronimet erhalten werden soll, oder nicht. Bei einer ersten Besichtigung des Güterschuppens hatten sich die Mitglieder des Gemeinderats schon mal optimistisch gezeigt. Immerhin passt sich der rustikale Bau gut ins vorhandene Gebäude-Ensemble ein, wie Hubert Deisinger letzte Woche im Rat feststellte. Deisinger sprach sich denn auch – ähnlich wie Stephan Hennig, Tobias Vogt und Immanuel Schmutz – explizit dafür aus, dass der Güterschuppen möglichst stehen bleiben und für die Jugendarbeit genutzt werden soll.

 

Zwar habe der Busbahnhof Priorität, meinte Hennig. Wenn sich ein geeigneter Platz beim Bahnhof für einen zentralen Bushalteplatz fände, sei es allerdings durchaus sinnvoll, den Güterschuppen zu erhalten, so Hennig. Zum Wohle der Jugendlichen, aber auch schon allein wegen der vermutlich hohen Abrisskosten. Auch Vogt fand den Standort am Bahnhof für ein Jugendhaus – abseits jeglicher Wohnbebauung – geeignet, empfahl aber trotzdem, „entscheidungsoffen“ an die Sache heranzugehen. Die Jugendarbeit habe seit ein bis zwei Jahren keinen Platz mehr im Ort, bemerkte Schmutz und plädierte schon daher für eine Jugendhaus-Nutzung. Hennig schwebte gar die gemeinsame Entwicklung einer Jugendeinrichtung im Güterschuppen zusammen mit den Jugendlichen vor. Und Seibold erwähnte, dass es in der Umgebung bereits vergleichbare Projekte von Jugendhäusern in ähnlichen Gebäuden gäbe. 

 

Am Ende waren sich alle Ratsmitglieder einig, dass es Sinn macht, den früheren Güterschuppen genauer unter die Lupe zu nehmen und dafür eine bautechnische Untersuchung in Auftrag zu geben. Die Expertise soll nun das Büro Zoll Architekten aus Stuttgart erarbeiten, das für diese Aufgabe im Gegenzug ein Honorar von rund 8.600 Euro von der Gemeinde überwiesen bekommt. Das Planungsbüro ist für die Gemeinde schon seit längerem tätig und kennt sich in Kirchheim inzwischen bestens aus. Zum Leistungsumfang gehört neben einer Begehung des Gebäudes eine detaillierte Erfassung des Ist-Zustands. Danach sollen die Planer Möglichkeiten für eine eventuelle energetische Sanierung des Güterschuppens aufzeigen und einen Überblick über die möglichen Sanierungskosten vermitteln. Sollte die Expertise positiv und hoffnungsvoll ausfallen, könnte eine Machbarkeitsstudie folgen. Dann wird sich letztlich zeigen, was geht und was nicht.