Aus dem Gemeinderat

Fördermöglichkeit für barrierefreie Bushaltestellen

Erfasst von: Grieb, Petra (16.11.2020)

Gemäß einer EU-Vorgabe sollen bis zum Jahr 2022 möglichst viele Bushaltestellen barrierefrei gestaltet werden. Die Gemeinde hat das Thema Barrierefreiheit schon länger auf dem Schirm. Seit dem Sommer lässt sie sich bei ihren Bemühungen um die Schaffung von mehr Barrierefreiheit im Ort von Alexander Lang aus Mühlacker beraten, der selber an den Rollstuhl gebunden ist. Jetzt will die Gemeinde daran gehen, die örtlichen Bushaltestellen so umzubauen, dass auch gehbehinderte oder alte Menschen problemlos den Bus benutzen können. Konkret geht es nun erstmal um die beiden gegenüberliegenden Bushaltepunkte in der Hohensteiner Straße. Im Nachgang sollen dann auch die Haltestellen am Schillerplatz barrierefrei werden – und natürlich später auch der künftige Busbahnhof, der im Zuge der Neuordnung des Bahnhofsareals geplant ist.

 

Am Donnerstag der vergangenen Woche stellte Volker Martin vom Ingenieurbüro Ippich aus Brackenheim die Pläne zur barrierefreien Gestaltung der Bushaltestellen in der Hohensteiner Straße vor. Dafür wird es laut Martin nötig, die Busbucht an der Haltestelle in Richtung Bönnigheim etwas zu verbreitern. Auch der Gehweg an der gegenüberliegenden Haltestelle in Richtung Ortsmitte müsse von 1,50 Meter auf 2,50 Meter breiter werden, meinte Martin. Denn an einer barrierefreien Bushaltestelle müsse es eine mindestens 2,50 Meter breite „Manövrierfläche“ zum Ein- und Aussteigen geben. Die Bordsteine müssten eine Höhe von mindestens 18 Zentimeter aufweisen, um die Höhendifferenz zum stehenden Bus ausgleichen zu können. Der Ingenieur setzte die voraussichtlichen Kosten für die Einrichtung der Barrierefreiheit an beiden Haltestellen der Hohensteiner Straße bei insgesamt rund 81.000 Euro an.

 

Es gibt für Baumaßnahmen mit dem Ziel, mehr Barrierefreiheit zu schaffen, die Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen. Der Gemeinderat stimmte am Donnerstag letzter Woche nicht nur den Umbauplänen für die Haltestellen in der Hohensteiner Straße zu, sondern ermächtigte die Gemeinde auch, dafür einen Förderantrag beim Land zu stellen. Weil es wegen der Bagatellgrenze von 100.000 Euro nicht möglich ist, lediglich das auf rund 81.000 Euro taxierte Projekt in der Hohensteiner Straße für das Förderprogramm anzumelden, hat die Gemeinde dieses Vorhaben jetzt mit dem geplanten Busbahnhof zu einem Gesamtpaket zusammengeschnürt. Dabei wurde eine geschätzte Kostensumme für beide Projekte von insgesamt rund 454.000 Euro angegeben. Mit der Beantragung der Förderung hatte die Gemeinde extra gewartet, bis der Kauf des Cronimet-Firmengeländes in trockenen Tüchern ist.

 

Da es nach Angaben von Martin einen größeren Aufwand darstellt, die beiden Bushaltestellen am Schillerplatz barrierefrei umzugestalten, will sich die Gemeinde darüber erst im nächsten Jahr Gedanken machen. Stephan Hennig beschäftigte das Thema indes schon zum jetzigen Zeitpunkt. Er erkundigte sich beim Fachmann, ob es eventuell möglich sei, die Haltestellen an der Schillerstraße zu verlegen. Martin reagierte positiv. Es seien grundsätzlich Alternativstandorte denkbar, meinte er. Jürgen Brückner fragte nach dem Zustand der Wartehäuschen an der Hohensteiner Straße und wollte wissen, ob die Häuschen stehen bleiben könnten. Daraufhin gab der Technische Leiter der Gemeinde, Holger Schön zu Bedenken, dass die Buswartehäuschen sanierungsbedürftig seien und im Zuge der Baumaßnahme lieber erneuert werden sollten. Außerdem seien sie doch recht klein und böten nur wenigen Wartenden Schutz. Martin versicherte schließlich den Ratsmitgliedern, die Pläne zur barrierefreien Umgestaltung der Bushaltestellen im Ort könnten detaillierter ausgearbeitet werden, sobald die Aufnahme ins Förderprogramm gelungen sei.