Aus dem Gemeinderat

Wettbewerb soll Ideen für ehemaliges Postquartier liefern

Erfasst von: Grieb, Petra (16.11.2020)

Das frühere Postgebäude befindet sich in einem baulich schlechten Zustand. Jetzt will die Gemeinde prüfen lassen, ob das Gebäude erhalten werden kann, oder im Rahmen der geplanten Neuordnung des Gebiets rund um den Bahnhof der Abrissbirne weichen muss. Dafür soll das alte Postgrundstück an der Einmündung der Friedensstraße in die Bahnhofsstraße zusammen mit einer weiteren Fläche und dem angrenzenden Grundstück Friedensstraße 2 neu entwickelt werden. Nach dem Kauf des Cronimet-Firmenareals, der noch im November über die Bühne gehen soll, will die Gemeinde nach und nach ein Gesamtkonzept für ein Ortsgebiet erarbeiten, das sich von der Max-Eyth-Straße im Süden entlang der Bahnhofstraße bis zum Waaghäusle im Norden zieht.

 

Die Neuerschließung des Postquartiers möchte die Gemeinde nun zeitnah angehen. Denn die drei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 1.600 Quadratmeter hat sie längst im Blick auf die geplante Neuordnung des Bahnhofsareals erworben. Einerseits ist also das betreffende Quartier Teil der gesamten Pläne zur Neuordnung des Bahnhofsgebiets, andererseits könnte es aber auch schon bald und losgelöst vom Cronimet-Gelände umgestaltet werden. Ideen für eine künftige Entwicklung des Postquartiers sollen jetzt aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgehen, den das Büro Zoll Architekten aus Stuttgart begleiten soll. Dies beschloss am Donnerstag letzter Woche der Gemeinderat und bewilligte dem Planungsbüro dafür ein Honorar in Höhe von rund 4.900 Euro. Das Büro Zoll soll zunächst einen städtebaulichen Testentwurf erarbeiten und daran anschließend die Randbedingungen entwickeln, die dann später die Grundlage für die Ausschreibung eines Investorenwettbewerbs bilden sollen.

 

Bürgermeister Uwe Seibold bezeichnete das Postquartier als einen „Kernbereich“ im Rahmen der Neugestaltung des Bahnhofsgebiets. Der städtebauliche Wettbewerb solle Möglichkeiten für eine künftige Nutzung aufzeigen. „Wir möchten ausloten, wo wir hinwollen“, meinte Seibold. Und über den Verkauf der Grundstücke an einen Investor könne die Gemeinde später die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes wenigstens zum Teil „refinanzieren“. Es entstünde somit dadurch eine „Win-win-Situation“, erklärte Seibold. Jürgen Brückner plädierte dafür, genaue Kriterien für die Neuentwicklung des Postquartiers festzulegen. Brückner stellte ein solches Projekt in Zusammenhang mit der Neuordnung des Bahnhofsvorplatzes. „Das muss irgendwie zusammenpassen“, lautete seine Einschätzung.