Aus dem Gemeinderat

Rat genehmigt Sanierungskosten für Gemeindehalle

Erfasst von: Grieb, Petra (16.11.2020)

In diesem Jahr drehte sich fast alles um eines von zwei Großprojekten der Gemeinde: Die Schulsanierung mit Erweiterung durch einen Anbau. Das zweite Millionen-Bauprojekt – die Sanierung und der Umbau der Gemeindehalle – geriet dabei immer etwas in den Hintergrund. Jetzt wird es auch bei diesem Bauvorhaben langsam konkret. Schon seit dem Frühjahr hatten die Planer im Einvernehmen mit der Verwaltung emsig daran gearbeitet, die zu erwartenden hohen Kosten für das Gemeindehallen-Projekt möglichst zu drücken. Hatte die Kostenberechnung vom Dezember 2019 noch einen Betrag von knapp über 11 Millionen Euro ausgewiesen, so waren es im Mai 2020 gemäß der Projektanalyse vom Büro Drees und Sommer aus Stuttgart bereits 14,3 Millionen Euro. Damals hatten die Planer zudem noch einen Finanzpuffer von einer Million Euro als Kostenreserve empfohlen, so dass die Gemeinde inklusive der Preissteigerung von einem maximalen Kostenbetrag von rund 15,3 Millionen Euro für die Hallensanierung ausgehen musste.

 

Weil die Mitglieder des Gemeinderats bei der Vorstellung der Projektanalyse im Juni 2020 wegen der enormen Kosten ziemlich ins Grübeln gekommen waren, hatte das Büro Drees und Sommer die Zeit bis Oktober nochmals intensiv dazu genutzt, die Kosten hin und her zu wälzen. Mit Erfolg, denn am Donnerstag letzter Woche stimmte nun der Gemeinderat der neuesten Kostenaufstellung des Büros einmütig und ohne jegliche Einwände zu. Wo Jahre lang Kontroversen ausgetauscht wurden, herrschte nun große Einigkeit – zur Freude und Erleichterung von Bürgermeister Uwe Seibold. Demnach liegen die geschätzten Kosten für die Sanierung und Erweiterung der Gemeindehalle aktuell nun im Höchstfall bei rund 15 Millionen Euro. Die vermutlichen Baukosten hätten sich seit dem Juni zwar um rund 144.000 Euro – mithin um etwa ein Prozent – erhöht, erläuterte Seibold im Gemeinderat. Dafür sei allerdings die Projektreserve von rund einer Million Euro um rund 330.000 Euro abgeschmolzen. Jetzt hofft die Gemeinde, dass es bei einem Kostenrahmen in Höhe von 14,3 Millionen Euro bleibt.

 

„Zusammen mit den Planern haben wir das Projekt Gemeindehalle noch einmal genau nach allen Seiten hin betrachtet und eventuelle Risiken bewertet“, erklärte Seibold im Rat. Jetzt gäbe es somit eine „hohe Kostensicherheit“ und sogar auch noch „Spielräume nach unten“. Seibold erwähnte zudem den zuletzt gewährten Zuschuss vom Land für die Sanierung des Lehrschwimmbads in Höhe von 1,45 Millionen Euro. Darüber zeigten sich besonders Stephan Hennig, Hubert Deisinger, Inge Schemminger und Tobias Vogt erfreut. Vogt lobte die Gemeinde ausdrücklich dafür, dass sie sich um die Förderung bemüht hatte. Henning sprach von einem „guten Tag“, als er von der Förderzusage erfahren habe. Turnvereinsvorsitzender Friedhold Lück habe sich sehr bei der Vorbereitung der Förderanträge engagiert, hob Hennig hervor und bedankte sich dafür bei Lück, der bei der Ratssitzung anwesend war.  Und, durch die Zuschüsse würden die Kosten etwas geringer, stellte Deisinger zufrieden fest.

 

Mit seinem einstimmigen Beschluss ermächtigte der Gemeinderat die Verwaltung letzte Woche, die Baukosten für die Sanierung und Erweiterung der Gemeindehalle im Haushaltsplan 2021 und im mittelfristigen Finanzplan bis 2024 zu berücksichtigen. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Schemminger. Jetzt könne auch sie das Großprojekt mittragen. Schließlich werde in der sanierten Gemeindehalle später auch eine Kinderbetreuungsstätte eingerichtet. Schemminger erkundigte sich noch bei der Verwaltung, ob es möglich wäre, auf dem Hallendach später eine Photovoltaikanlage zu installieren. Dieses Thema hatten Seibold und Kämmerer Jürgen Bothner offenbar bereits auf dem Schirm gehabt und äußerten sich daher ausgesprochen positiv dazu. Es sei durchaus möglich, später auf dem begrünten Hallendach eine aufgeständerte Solaranlage zu errichten, bemerkte Seibold. Bothner machte deutlich, eine solche Anlage lohne sich besonders, wenn der Eigenverbrauch am selbst produzierten Strom hoch sei. Jetzt soll der Gemeinderat noch im Dezember den Baubeschluss für die Hallensanierung fällen. Dann könnte im Januar des neuen Jahres das Baugesuch auf dem Ratstisch landen und möglichweise bereits im Herbst 2021 die Sanierung beginnen.