ARCHIV: Aus dem Gemeinderat

B├╝rgerinitiative misst Feinstaub an der B 27

Erfasst von: Grieb, Petra (29.03.2021)

Die Bürgerinitiative „B 27 raus aus Kirchheim“ setzt sich mit Nachdruck für eine Umgehungsstraße um den Ortskern ein, auf die die Gemeinde indes wohl noch längere Zeit warten muss. Daher möchte sie nun wenigstens dafür sorgen, dass an der starkbefahrenen Bundesstraße B 27 die Feinstaubbelastung regelmäßig gemessen und letztlich reduziert wird. Jetzt will die Bürgerinitiative möglichst schon ab Anfang Mai zunächst ein Jahr lang an drei verschiedenen Stellen entlang der Ortsdurchfahrt Luftmessungen vornehmen. Die Geräte des von der Firma Bosch entwickelten mobil anwendbaren Messsystems „Immission Monitoring Box“ (IMB) sollen an der Kreuzung am Schillerplatz, an der Alten Schule und am Ortsausgang in Richtung Lauffen aufgestellt werden. Ein Vierfachsensor misst den Feinstaub, aber auch die Stickstoff- und die Ozonbelastung.

 

Am Montag der vergangenen Woche stimmte der Verwaltungs- und Bauausschuss dem Vorhaben der Bürgerinitiative zu, die die Messgeräte selber aufstellen und betreiben will. Die Bürgerinitiative wäre zwar bereit gewesen, für die einjährige Ausleihe der Messanlage von der Firma Bosch einen Teil der Mietgebühr von 4.500 Euro selber zu übernehmen. Der Ausschuss honorierte jedoch ausdrücklich das Engagement der örtlichen Aktionsgemeinschaft und bewilligte der Bürgerinitiative auf Antrag von Stephan Hennig die komplette Summe. Auch Bürgermeister Uwe Seibold unterstützte die Feinstaubmessung an der Ortsdurchfahrt. „Amtliche“ Feinstaub-Messungen im Ort über einen längeren Zeitraum seien kaum zu erwarten. Bisher habe es nur einmal eine Passivmessung über einige Monate gegeben, die gewisse Aufschlüsse über die Schadstoffbelastung gebracht hätte.

 

Namens der Bürgerinitiative erklärte Rolf Riecker im Ausschuss, die Firma Bosch suche unter den Kommunen derzeit nach Interessenten für ihr neues Messsystem und habe deshalb Kontakt zur Gemeinde Kirchheim aufgenommen. Daraufhin habe sich die Verwaltung im Rathaus spontan offen dafür gezeigt. Wie Jürgen Brückner begrüßte auch Hennig den Vorstoß der Bürgerinitiative. Es sei gut, wenn die Feinstaubwerte über einen längeren Zeitraum gemessen würden, meinten beide. Durch die kontinuierlichen Luftmessungen über ein Jahr erhoffen sich Bürgerinitiative und Ortsverwaltung eine gewisse Hebelwirkung in der Auseinandersetzung mit den Behörden um eine Umgehungsstraße. Nach einem halben Jahr soll nun ein erstes Fazit gezogen und entschieden werden, ob die Bosch-Messgeräte für ein weiteres Jahr ausgeliehen werden sollen.