Geschichtsverein

Das Problem mit dem Durchgangsverkehr...

Erfasst von: Mayer, Helmut (01.08.2022)

… in Kirchheim ist alles andere als neu. 

Im 18. Jahrhundert plante die Regierung eine bessere Straßenverbindung nach Heilbronn. Die Chaussee sollte über Wahlheim und Kirchheim in Richtung Lauffen führen. Brackenheim war dagegen, denn es lag an der alten Verbindungsstraße, die im wesentlichen dem Verlauf einer alten römischen Straße folgte. 

War zuerst der Verlauf der Chaussee mitten durch den Ort und am Neckar entlang vorgesehen, wurde, wegen der fünf Hochwasser in den Jahren 1739 bis 1744, der Beschluss gefasst, die Straße am Ort vorbei über eine Steile Steige nach Lauffen zu führen. 1772 war Baubeginn und zwei Jahre später erreichte die Baustelle den Mühlbach. 1776 besichtigte der Herzog die fertige Teilstrecke und die abgesteckte Streckenführung nach Lauffen. 

Die neue Straße brachte dem Dorf eine deutliche Verbesserung. Der Fernverkehr musste sich nicht mehr durch die Ortsmitte quälen, ein Nachteil für den Ochsenwirt, der nun nicht mehr an der Hauptverkehrsstraße lag.

Mittlerweile ist die Lösung des 18.Jahrhunderts das Problem der Gegenwart geworden. Rund 20.000 Autos fahren nicht mehr am Ort vorbei sondern mitten hindurch. Die Lage der Autobahn hatte nur insofern eine Lösung gebracht als dass sich der LKW-Verkehr Stuttgart-Heilbronn von der Bundesstraße auf die Autobahn verlagerte. Doch nun wurde der Zubringerverkehr zur Autobahn zum Problem.

 

Die Chausee. Blick von der Kreuzung Posthörnle auf die Hirschkurve mit dem Kaufhaus Sorg/Kucher

 

Der Lösungsansatz entspricht dem des 18. Jahrhunderts. Raus mit dem Verkehr aus Kirchheim, es braucht eine neue Chaussee. Erste Planungen reichen bis in die späten 60er Jahre zurück. Und eine Realisierung ist eher noch Zukunftsmusik. Gut möglich, dass es auch wieder einen „Ochsen-Wirt“ gibt. Denn auch diese moderne Chaussee dürfte nicht nur Vorteile mit sich bringen.

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