Weinkolleg 2026

Weinkolleg zum Thema "Weine aus der Serie Winzerstolz" von und mit Tobias Schifferer am 7. März 2026

Sehr gut besucht war auch das zweite Weinkolleg der Freunde der Vinothek.

 

Manfred Schmälzle hatte Tobias Schifferer gebeten, den Gästen seine Serie „Winzerstolz“ zu präsentieren und über sein Weingut und seine Arbeitsweise zu berichten.

Noch immer ist Schifferer Winzer im Nebenerwerb und arbeitet an 4 Tagen in seinem gelernten Beruf als Weinbau-Techniker.

In sehr heiterer und lockerer Runde präsentierte Schifferer zuerst seinen trockenen Winzersekt aus der Premiumlinie seines Hauses. „Für diesen Winzerstolz-Sekt nehme ich den Spätburgunder, der als Blanc de Noir gekeltert wird. Besonders achte ich darauf, dass wir sehr früh mit der Spätburgunderlese beginnen, um die grünen, frischen Noten zu bekommen, damit der Zuckergehalt für die erste Gärung im Tank nicht zu hoch ist, weil ich den Alkoholgehalt niedrig halten möchte.“, erläuterte Schifferer seine Arbeitsphilosophie. Erst für die zweite Gärung, welche in der Flasche stattfindet, werde nochmals Süß-Dosage und Hefe hinzugefügt. Die mit Kronkorken versehene, sechs Bar Druck aushaltende Sektflasche lagert dann mindestens neun Monate  im Rüttelpult, bis sie am Ende auf dem Kopf steht und der Hefepfropf im Flaschenhals angekommen ist. Erst beim Degorgieren, bei dem der Hals der Flasche kurz eingefroren wird, kann der Kronkorken entfernt werden, und der Hefepfropf schießt heraus. Dann wird mit Korken verschlossen, der wegen des Drucks von einer Metall-Agraffe gehalten werden muss. Nach diesen für einige Besucher neuen Erkenntnissen konnten die Gäste einen frischen, fruchtbetonten Sekt genießen. 

Wie für alle seine Premiumprodukte, so auch für den „Winzerstolz Grauburgunder 2024“, den Schifferer erst das zweite Jahr im Programm hat, sind die Trauben deutlich ertragsreduziert und werden nach der Handlese abgebeert auf die Maische gelegt. Nach der Pressung und Angärung im Edelstahltank liegt der Wein zehn Monate in gebrauchten und in neuen Barriquefässern, wo der biologische Säureabbau stattfindet und dann, ohne filtriert werden zu müssen, abgefüllt werden kann.

Hier waren sich bei der Verkostung alle schnell einig, dass Tobias Schifferer ein exzellenter, frischer und eleganter trockener Grauburgunder gelungen ist. „Ein Wein, mit dem wir gerne unser Angebot in der Vinothek erweitern werden.“, versprach der Vorsitzende Manfred Schmälzle. 

Im Anschluss konnten jeweils ein Basis-Lemberger und der Winzerstolz Lemberger, sowie die Basis-Rotweincuvée und die Winzerstolz-Rotweincuvée nacheinander verkostet werden, sodass nach eineinhalb Stunden feststand: das war wieder einmal ein sehr informatives und kurzweiliges Weinkolleg. Die Gäste waren sich einig, dass der Winzer Tobias Schifferer wirklich stolz auf seine Premiumlinie sein kann, was die Besucher mit lang anhaltendem Applaus auch zum Ausdruck brachten.

 

Lobende Dankesworte fand Manfred Schmälzle und ein kleines Weinpräsent wurde von Ulrich Bauer für die wirklich gelungene Präsentation an Tobias Schifferer überreicht.

 

Text und Fotos: Hannelore Tiedke

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Freunde der Vinothek

"Winzerstolz" von Tobias Schifferer

  • Tobias, Manfred und Ulrich

  • interessierte Besucher

  • Tobias mit Manfred

  • Ulrike und Hiltrud

Weinkolleg vor ort am 14. Februar mit Svenja und Heinz Kölle in der WEinstube Fassdaube in Bönnigheim

„Es ist eine schöne Tradition, dass das erste Weinkolleg vor Ort jährlich kurz nach Wiedereröffnung der Vinothek durch die Freunde der Vinothek im Februar in unserem Haus stattfindet“ eröffnete Heinz Kölle ein sehr interessantes Weinkolleg zum Thema „Lagerfähigkeit von Weinen“.

 

Für den Einstieg hatte er sich ein fast schon geheimnisvolles Experiment mit seinen 26 Gästen und Vinothekaren ausgedacht. In zwei bereitstehende Gläser schenkten Svenja und Heinz Kölle jeweils einen Rotwein als Verkostungsprobe ein. Es sollten alle probieren und in einer anschließenden Gesprächsrunde ihre Eindrücke und Beschreibungen formulieren. Im Anschluss erfolgte eine Abstimmung, welchen Wein sie für sich als den eleganteren, runderen, volleren Rotwein erwerben würden.  

 

Da sich die Weine sowohl im Farbton als auch im Körper deutlich unterschieden, wählten nur vier Anwesende den Wein im linken, 22 aber den im rechten Glas. Sehr erstaunlich war für die Zuhörer die Auflösung: „Beides sind Lemberger aus dem Jahrgang 2015, beide wurden gemeinsam gekeltert, beide lagen die gleiche Zeit im Holzfass.“, erläuterte der Referent. Jedoch sei das die Zeit der Umstellung von den verkorkten Weinen zum Schraubverschluss in ihrer Weinkellerei gewesen. Da anfangs die Mehrzahl seiner Kunden den neuen Verschluss ablehnten, bestellte er nochmals Naturkorken nach, musste jedoch bei der Abfüllung feststellen, dass die Korken für die Füllmenge nicht reichten, also entschied er kurzerhand den restlichen qualitativ hochwertigen Lemberger in Schraubverschlussflaschen für den Verkauf vorzubereiten. Nun war die Verblüffung bei den Weinkolleg-Teilnehmern perfekt: die 22 Verkoster hatten den Wein mit Schraubverschluss gewählt!

 

Im weiteren Verlauf der nächsten Stunde ging Kölle darauf ein wie ein Keller beschaffen sein müsse, damit er sich zur Lagerung von Weinen eigne. Seine Hinweise auf die konstante Temperatur von 10-14° Celsius, eine Luftfeuchtigkeit von etwa  50 bis 70%, der Schutz vor UV-Licht (am besten in Kartons lagern und Korkflaschen immer liegend), waren wichtige Tipps für alle Zuhörer. Außerdem war zu erfahren, dass Presskorken oder Glaskorken sich nicht für längere Lagerung eignen. Gut lagerfähig sind hohe Qualitätsstufen, tanninlastige Rotweine und Weine mit hohem Zuckergehalt - wie beispielsweise Eiswein.

 

Nach eineinhalb Stunden bedankten sich die von der Qualität des kurzweiligen Weinkollegs sehr beeindruckten Weinkollegianer bei Heinz und Svenja Kölle mit einem langanhaltenden Applaus und die beiden Vorsitzenden Manfred Schmälzle und  Ulrich Bauer fassten diese Eindrücke gekonnt in anerkennende Dankesworte und überreichten ein kleines Weinpräsent.

 

Für die Freunde der Vinothek Bönnigheim e.V.  

 

Hannelore Tiedke

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Eindrücke von der "Fassdaube" und dem Weinkolleg